Fleisch - Verzehr oder Verzicht ?
Über Vegetarismus ist zwar viel geschrieben worden, aber es wird in den Medien immer noch wenig über die Vorteile einer fleischlosen Ernährung berichtet. In der Regel bemüht man sich hierzulande noch kaum, ihre Motivation zu verstehen, sie zu achten und ihren Wünschen nach fleischloser Nahrung entgegenzukommen. Der fleischessenden Mehrheit gehört die Macht - unerschüttert von der Tatsache, dass sich auf unserer Erde eine Milliarde Menschen fleischlos ernährt; davon leben etwa drei viertel in Indien.

Allein über das Wort Vegetarismus herrscht noch Unklarheit, Vorurteile bestehen seit langem. Es gibt viele Gründe, die zum Vegetarismus führen, wie zum Beispiel ethische, ökonomische, gesundheitliche, biologische, toxikologische oder religiöse Motive. Wir beobachten seit Jahren, dass Menschen, die sich naturheilkundlich behandeln lassen, aufgrund der damit verbundenen Bewusstseinsentwicklung und der sich umstellenden Geschmacksnerven vom Fleischverzehr abstand nehmen. Das Tierfleisch rückt immer mehr aus dem Brennpunkt ihrer Essgewohnheiten.

Über das ganze letzte Jahrhundert ist uns eingeredet worden, der Fleischverzehr sei eine zwingende Notwendigkeit, obwohl die Tatsachen das Gegenteil darstellen. Das Welternährungsproblem könnte gelöst werden, wenn sich alle Menschen vegetarisch ernähren würden. Mit pflanzlicher Kost könnten bei gleicher Anbaufläche zehnmal mehr Menschen ernährt werden als durch den Verzehr von Rindfleisch.

Heutzutage wirkt sich der übermässige Fleischkonsum in den industrialisierten Ländern sehr schädigend auf die Entwicklungsländer aus, denn es werden wichtige Anbauflächen in diesen Ländern für das Futter unserer Tiere missbraucht. Dies geschieht aufgrund des höher erwarteten Fleischertrages. Ganze Regenwälder werden abgeholzt, um Weiden für "Hamburger" zu schaffen. Dieses Fleisch wird zusätzlich zu dem schon vorhandenen Fleischüberfluss importiert. Unser Vieh, unsere Hunde und Katzen fressen die Nahrung der Hungernden anderer Länder. Jede zweite Sekunde stirbt ein Kind vor Hunger. Diese Länder aber brauchen unsere Devisen, um Impfstoff, Pestizide und Kunstdünger zu kaufen. Ein Übel bedingt das nächste, Aussteigen aus dieser Spirale ist erst dann möglich, wenn auf allen Ebenen umgedacht wird. 

Wenn Tier und Mensch wieder als von Gott geschaffene Lebewesen betrachtet
und  beachtet statt benutzt werden, kann sich vieles ändern.
Obwohl wir den Überfluss kaum noch bewältigen können, wird weiterhin auf eine Steigerung der Ertragsrate gezüchtet. Mit der Genmanipulation und künstlichen Befruchtungen haben wir Vieh gezüchtet, das in anormal kurzer Zeit schlachtreif wird. Fettanteil und die Farbe des Fleisches werden zudem, je nach Konsumentenwunsch, mittels Hormonen und Antibiotika verändert. Aus diesem Fleisch- und Eiweisskonsumrausch heraus wird immer mehr und mehr produziert.

In der Homöopathie wird dieser Vorgang Sykose genannt. Das Prinzip des Auswucherns lässt sich in allen Lebensbereichen finden. Man kann die zelluläre Wucherung im Organismus durchaus in ähnlichen gesellschaftlichen Phänomenen wiederfinden, denn hinter allen Auswucherungen steckt eine treibende Kraft, nämlich unersättliche Gier. Für diese Gier sind wir sogar bereit, unsere Gesundheit zu opfern. Die Gier der EU zeigt sich z.B. darin, dass in den EU-Kühlhäusern 400.000 Tonnen Rindfleisch und 900.000 Tonnen Butter lagern. Die EU lässt sich die Finanzierung der Überschusslagerung und -verwertung der Milchprodukte jährlich über 15 Milliarden Mark kosten. Weitere Kosten entstehen durch die Vernichtung von überschüssigen Ernten an Obst und Gemüse, um die Preise künstlich stabil zu halten. Warum lassen wir nicht endlich los und verteilen die dort lagernden Produkte an die hungernden Menschen dieser Welt?
Die zukünftige Generation wird ihre ganze Zeit und ihren ganzen Einsatz darauf verwenden müssen, sich von den katastrophalen Folgen unserer Forschung zu befreien.

Pierre Lépine


Das Märchen vom hochwertigen tierischen Eiweiss
Nach der heute herrschenden Ernährungslehre wird das Fleisch wegen seines hohen Eiweissgehaltes als lebensnotwendiger Energiespender empfohlen. Andererseits weiss man in medizinischen Kreisen, dass viele Krankheiten z.B. Gicht, durch übermässigen Verzehr von tierischem Eiweiss entstehen. Trotzdem werden nach wie vor überholte und einseitige Ernährungstheorien gelehrt und praktiziert. Hier einige der gängigen Vorurteile gegenüber der fleischfreien Ernährung und ihre Korrektur.

1. Es wird behauptet, pflanzliches Eiweiss sei minderwertig.
Richtig ist, dass pflanzliches Eiweiss zum einen leichter verdaulich ist und zum anderen die biologische Gesamtnutzung höher als die von Muskelfleisch ist, z.B. Blattgemüse 73 % gegenüber Rindermuskel 71,3%.

2. Es wird befürchtet, dass Fleischverzicht mit Eiweissmangel einhergehe.
Tatsächlich benötigt der Mensch gar kein tierisches Eiweiss, sondern kann seinen Eiweissbedarf aus pflanzlichen Nahrungsmitteln decken. Bei laktovegetabiler Ernährung reichen 30-35 Grammn Eiweiss pro Tag aus, das ist ein Drittel weniger, als der normale Bürger durchschnittlich an tierischem Eiweiss zu sich nimmt. Eine zu hohe Eiweisskonzentration kann zu erheblichen gesundheitlichen Störungen bei Mensch und Tier führen wie z.B. Rheuma, Gicht, Arthrose, Nierenentzündungen, Menstruationsbeschwerden etc.

3. Eine weitere gängige Überzeugung lautet: Fleischverzicht führt zu Eisenmangel.
Dagegen stehen folgende Mineralstoffanalysen:
100g Schweinekotlett enthalten  1,8mg Eisen
100g Zwiebeln                          8,0mg Eisen
100g Mandeln                           4,7mg Eisen 
100g getr. Pflaumen                  2,3mg Eisen

Im Rahmen einer Studie der WHO (Weltgesundheitsorganisation) im Jahr 1993 wurden 4000 Menschen im Raum Augsburg über ihre Essgewohnheiten befragt. Insgesamt werden weniger Fleisch, Wurst und Eier, dafür aber mehr Gemüse und Getreideprodukte konsumiert als früher. Besonder gesund leben Frauen und jüngere Menschen. Je länger die Befragten eine Schule oder Universität besucht haben, um so weniger Wurstwaren kaufen sie.

Vergeblich versucht die fleischverarbeitende Industrie, die sich nicht davor scheut, die Landwirtschaftskammer vor ihren Karren zu spannen, mit dem Werbeslogan "Fleisch ein Stück Lebenskraft" ihren Absatzmarkt zu erhalten.

Eine bemerkenswerte Studie von 18-jähriger Dauer über vegetarische Ernährungsweise wurde in Australien durchgeführt. Sechzig Kinder wurden rein vegetarisch (auch ohne Fisch und Eier) mit organisch gedüngtem Obst und Gemüse ernährt und wuchsen ohne Impfungen und Medikamente auf dem Land auf. In den letzten 15 Jahren erhielten sie weder Milch noch Milchprodukte. Die Kinder wurden periodisch ärztlich untersucht. Alle Ärzte erklärten, sie hätten noch nie gesündere Kinder gesehen. Den guten Gesundheitszustand schrieben sie der ungewöhnlichen Ernährung zu, wobei sicher auch die fehlenden Impfungen positiv gewirkt haben.


Von allen finsteren Verbrechen, die der Mensch gegen Gott und die Schöpfung begeht, sind die Tierversuche das Furchtbarste.

Mahatma Gandhi


Wer nicht davor zurückschreckt Tierversuche zu machen, der wird auch nicht zögern, über die Experimente mit Tieren zu lügen.

George Bernard Shaw